dass oder das? Ersatzprobe, Komma und Übungen
Die Regel selbst ist in einem Satz erzählt. Der Rest dieser Seite handelt davon, wo sie aufhört: bei den drei Kommafällen, bei „dass das“ und „das das“ hintereinander und an den zwei Stellen, an denen weder „das“ noch „dass“ die Lösung ist.
„das“ mit einem s ist Artikel, Demonstrativpronomen oder Relativpronomen — drei Rollen, ein Wort. „dass“ mit zwei s hat nur eine: Es ist die Konjunktion, die einen Nebensatz eröffnet. Daraus wird der Merksatz: ein s, wenn dieses, jenes oder welches an dieselbe Stelle passt; zwei s, wenn keines davon passt. Die Probe entscheidet allerdings nur zwischen diesen beiden Wörtern: Gehört an die Stelle eigentlich „ob“ oder „was“, scheitert die Ersetzung ebenfalls, und „dass“ ist trotzdem falsch. Beim Komma gilt eine einzige Regel, nämlich dass Nebensätze abgegrenzt werden; sie greift auf zwei Wegen, über den dass-Satz und über den Relativsatz, vor dem Artikel „das“ dagegen gar nicht. Die alte Schreibung „daß“ hat die Reform von 1996 abgeschafft; für Schule und Verwaltung gilt die Neuregelung seit dem 1. August 1998.
Ein Wort mit drei Rollen, eines mit einer
Der Fehler entsteht nicht, weil die Regel kompliziert wäre, sondern weil die Last ungleich verteilt ist. „das“ mit einem s ist gleich drei verschiedene Wörter: der bestimmte Artikel vor einer sächlichen Substantivgruppe, das Demonstrativpronomen, das auf etwas Genanntes zeigt, und das Relativpronomen, das einen Relativsatz an sein Bezugswort hängt. Diesen drei Rollen gegenüber steht ein einziges Wort mit zwei s: die Konjunktion „dass“, die einen Nebensatz eröffnet und sonst nichts tut.
Drei Rollen gegen eine — deshalb ist die Versuchung groß, beim bewussten Gegensteuern im anderen Extrem zu landen: Plötzlich steht überall ein „dass“, auch dort, wo schlicht ein Artikel hingehört.
Der Unterschied ist grammatisch, nicht orthografisch. Es sind zwei verschiedene Wörter, die zufällig gleich klingen, keine zwei Schreibweisen desselben Wortes. Das klingt nach Wortklauberei, erklärt aber, warum keine Faustregel über den Klang weiterhilft: Du hörst den Unterschied nicht, du musst ihn aus der Funktion im Satz erschließen.
Die Namen der Wortarten musst du dafür nicht können — aber zwei Fragen reichen nicht, es sind drei, und die erste fängt den häufigsten Fall. Erstens: Folgt direkt danach eine Substantivgruppe, also ein Substantiv mit oder ohne Adjektive davor? Dann ist es der Artikel, „das Protokoll“ oder „das unterschriebene Protokoll“ — ein s. Zweitens: Steht das Wort allein und zeigt oder vertritt es etwas? Dann ist es Demonstrativ- oder Relativpronomen — ebenfalls ein s. Drittens: Erst wenn weder das eine noch das andere zutrifft, kommt „dass“ infrage. Die Ersatzprobe im nächsten Abschnitt nimmt dir alle drei Schritte auf einmal ab; wer sie beherrscht, braucht diese Aufzählung nicht.
Vier Verwendungen, zwei Schreibungen
| Rolle im Satz | Woran du sie erkennst | Beispiel |
|---|---|---|
| Artikel — das | Leitet eine Substantivgruppe ein — direkt vor dem Substantiv oder vor dessen Adjektiven | Das unterschriebene Protokoll liegt im Sekretariat. |
| Demonstrativpronomen — das | Steht allein, zeigt auf etwas bereits Genanntes und kann betont werden | Das habe ich so nicht gemeint. |
| Relativpronomen — das | Leitet einen Relativsatz ein und bezieht sich auf ein Substantiv davor | Das Protokoll, das gestern kam, ist unvollständig. |
| Konjunktion — dass | Eröffnet einen Nebensatz, zeigt auf nichts, vertritt nichts | Mir ist aufgefallen, dass das Protokoll fehlt. |
Die Ersatzprobe in vier Schritten
„Wenn sich das fragliche Wort durch dies(es), jenes oder welches ersetzen lässt, dann handelt es sich um das mit einfachem s“ — so steht die Probe im Duden-Sprachratgeber „das oder dass?“. In der Weitergabe schrumpft sie oft auf drei Wörter zusammen, „dieses, jenes, welches“, und dabei geht das Entscheidende verloren: Sie findet im Satz statt, nicht im Ohr. Mach sie schriftlich, wenigstens beim ersten Dutzend Mal.
Das fragliche Wort einkreisen
Nur dieses eine Wort, nicht den halben Satz. Stehen zwei Kandidaten im selben Satz, prüfst du sie einzeln und nacheinander.
„dieses“ einsetzen und den Satz zu Ende lesen
Nicht nur das Wort tauschen, sondern den ganzen Satz noch einmal lesen. „Mir ist aufgefallen, dieses das Protokoll fehlt“ bricht sofort ab — also steht dort „dass“.
Bei Bedarf „jenes“ und „welches“ nachschieben
„welches“ ist der Test für das Relativpronomen: „Das Protokoll, welches gestern kam“ funktioniert, also ein s. „jenes“ ist die Reserve für Stellen, an denen „dieses“ auf etwas Nachfolgendes zu zeigen scheint und die Probe deshalb unklar ausfällt. Dass „jenes“ dabei altertümlich klingt, stört nicht — du sprichst den Satz ja nicht aus, du prüfst ihn nur.
Prüfen, ob der Sinn derselbe geblieben ist
Dieser Schritt ist leicht zu überspringen und entscheidet trotzdem: Eine Ersetzung, die irgendwie geht, zählt nicht — sie muss dasselbe bedeuten. Passt keine der drei und ist das gesuchte Wort weder „ob“ noch ein Relativ- oder Fragewort wie „was“, dann steht dort „dass“. Diese beiden Ausnahmen stehen unten im Lückentext als Zeile 8 und Zeile 12.
Ein Grund fürs Komma, zwei Wege dorthin — und ein „das“, das selbst keines verlangt
Die verbreitete Kurzfassung „vor dass steht immer ein Komma“ reicht nur bis zur Hälfte, weil sie das Komma zum Erkennungszeichen macht. Das ist es nicht. Das amtliche Regelwerk fasst beide Fälle in einer einzigen Regel zusammen — § 73 in der seit 2024 gültigen Fassung, § 74 in älteren Ausgaben —, und die lautet: Das Komma zeigt Nebensätze an. Wer in Österreich zur Schule gegangen ist, kennt dasselbe Zeichen als Beistrich; an der Regel dahinter ändert der Name nichts. Der Grund fürs Komma ist also einer. Verschieden sind nur die Wege dorthin: „dass“ eröffnet einen Konjunktionalsatz, das Relativpronomen „das“ einen Relativsatz. Beides sind Nebensätze, beide werden abgegrenzt.
Praktisch wird der Unterschied dort, wo „das“ kein Relativpronomen ist. Nur das Relativpronomen verlangt selbst ein Komma, weil mit ihm ein Nebensatz beginnt. Artikel und Demonstrativpronomen verlangen keines: „Ich habe das Protokoll gelesen“ bekommt keins, „Das war zu erwarten“ auch nicht. Steht vor einem Artikel oder einem Demonstrativpronomen trotzdem ein Komma, kommt es von etwas anderem — davon, dass an dieser Stelle ein Teilsatz endet: „Er kam nicht, das war klar.“ Hier beginnt kein Nebensatz, das Komma trennt zwei gleichrangige Hauptsätze, und es ist völlig richtig. Die Frage lautet deshalb nie „steht hier ein Komma?“, sondern „endet hier ein Teilsatz?“.
Der zweite Fehler fällt seltener auf: das fehlende schließende Komma. Ein eingeschobener Nebensatz wird links und rechts abgegrenzt; § 73 hält das in seiner ersten Erläuterung ausdrücklich fest. „Das Protokoll, das gestern kam ist unvollständig“ wendet die Regel nur zur Hälfte an — und liest sich genau deshalb so holprig.
Der Prüfungsausschuss hat mir mitgeteilt dass die Arbeit, die ich im März eingereicht habe angenommen wurde, und dass das Kolloquium im September stattfindet.
Der Prüfungsausschuss hat mir mitgeteilt, dass die Arbeit, die ich im März eingereicht habe, angenommen wurde und dass das Kolloquium im September stattfindet.
Drei Eingriffe, und einer geht in die andere Richtung. Vor dem ersten „dass“ fehlte das Komma ganz — dort beginnt der Nebensatz. Der eingeschobene Relativsatz „die ich im März eingereicht habe“ hatte nur sein öffnendes Komma; das schließende gehört vor „angenommen“, weil dort der übergeordnete dass-Satz weiterläuft. Vor dem zweiten „dass“ stand dagegen ein Komma zu viel: Zwei gleichrangige dass-Sätze, die mit „und“ gereiht sind, bekommen keines. Genau hier bricht die Faustregel „vor dass steht immer ein Komma“. Zwei Kommas vorher, drei nachher — am Wortlaut wurde nichts geändert.
Wenn „dass das“ oder „das das“ nebeneinanderstehen
„Ich glaube, dass das stimmt“ sieht falsch aus und ist richtig. Die Doppelung ist kein Sonderfall, sondern die Folge davon, dass die beiden Wörter verschiedene Aufgaben haben: Die Konjunktion eröffnet den Nebensatz, und das nächste Wort ist einfach dessen erstes Wort — das darf ein Artikel sein oder ein Demonstrativpronomen. Prüf die beiden einzeln, nie als Paar, und setz kein Komma dazwischen.
Die Untersuchung zeigt dass, das Verfahren das die Kommission empfohlen hat, in der Praxis kaum angewendet wird.
Die Untersuchung zeigt, dass das Verfahren, das die Kommission empfohlen hat, in der Praxis kaum angewendet wird.
Das erste Komma war um ein Wort verrutscht: Es gehört vor „dass“, nicht dahinter, denn der Nebensatz beginnt mit der Konjunktion und nicht nach ihr. Danach stehen „dass das“ ohne Zeichen nebeneinander, weil das zweite Wort der Artikel zu „Verfahren“ ist. Der Relativsatz „das die Kommission empfohlen hat“ brauchte sein öffnendes Komma; das schließende war schon da. Ersatzprobe für das dritte Wort: „welches die Kommission empfohlen hat“ funktioniert — ein s.
Was wirklich nebeneinandersteht — und was nur so aussieht
| Wortfolge | Was welches Wort ist | Beispielsatz |
|---|---|---|
| dass das | Konjunktion + Artikel | Ich sehe, dass das Protokoll fehlt. |
| dass das | Konjunktion + Demonstrativpronomen | Ich sehe, dass das nicht reicht. |
| das das | Relativpronomen + Artikel — Alltagsdeutsch | Das Formular, das das Amt verlangt, ist neu. |
| das das | Artikel + Artikel — selten, Kanzleistil | Das das Protokoll betreffende Schreiben liegt bei. |
| das … das | Artikel + Relativpronomen — mit Substantiv und Komma dazwischen | Das Protokoll, das fehlt, war handschriftlich. |
| dass das … das | Konjunktion + Artikel + Relativpronomen | Ich sehe, dass das Protokoll, das fehlt, handschriftlich war. |
Von „daß“ zu „dass“: was 1996 geändert wurde — und was nicht
Wer vor 1996 zur Schule gegangen ist, hat die Konjunktion als „daß“ gelernt, und dieses ß hält sich zäh. Geändert hat sich dabei nur die Schreibung eines Wortes, nicht die Unterscheidung: Die Reform hat „das“ und „dass“ weder zusammengelegt noch eine neue Regel für ihre Trennung eingeführt. Sie hat lediglich festgelegt, wo ß steht und wo ss. Nach dem amtlichen Regelwerk steht ß nur nach langem Vokal oder Diphthong (§ 25); nach kurzem betontem Vokal wird der Konsonantenbuchstabe verdoppelt (§ 2), und „dass“ ist dort ausdrücklich als Beispiel aufgeführt. Das a ist kurz — daher zwei s, wie in „muss“ und „Hass“.
Die Eckdaten: Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein unterzeichneten die Wiener Absichtserklärung am 1. Juli 1996; in Schulen und Behörden galt die reformierte Schreibung ab dem 1. August 1998, gefolgt von einer Übergangszeit, in der die alten Formen als überholt, aber nicht als falsch bewertet wurden. Maßgeblich ist heute die vom Rat für deutsche Rechtschreibung überarbeitete Fassung des amtlichen Regelwerks, die seit dem 1. Juli 2024 für Schule und Verwaltung verbindlich ist. In keiner dieser Fassungen ist „daß“ noch korrekt.
Für die Schweiz und Liechtenstein gilt § 25 mit seiner zweiten Erläuterung: Dort darf durchgehend ss statt ß geschrieben werden, weshalb es „Strasse“ heißt und nicht „Straße“. Praktisch heißt das für dich: Schreibst du für ein Schweizer Publikum, tauschst du das ß im übrigen Text aus — „dass“ selbst bleibt, wie es ist, denn es hat ohnehin zwei s.
Lückentext mit Lösungen
Zwölf Sätze mit einer oder zwei Lücken — in vier davon musst du zweimal entscheiden. Deck die zweite Spalte ab, entscheide dich, und lies erst danach die Begründung. Die üblichen Fallen sind eingebaut: Satzanfang, feste Wendung, zwei Kandidaten im selben Satz — und zwei Zeilen, in denen weder „das“ noch „dass“ die Lösung ist.
Zwölf Sätze — Lösung in Spalte zwei, Begründung in Spalte drei
| Satz mit Lücke | Lösung | Warum |
|---|---|---|
| Ich hoffe, ___ du das Formular noch findest. | dass | Keine der drei Ersetzungen funktioniert — Konjunktion. |
| ___ Formular liegt seit Wochen auf meinem Schreibtisch. | Das | „Dieses Formular“ funktioniert — Artikel vor einer Substantivgruppe. |
| Er hat mir gesagt, ___ ___ nicht stimmt. | dass / das | Erst die Konjunktion, dann das Demonstrativpronomen: „… dass dieses nicht stimmt.“ |
| Das Formular, ___ ich gestern ausgefüllt habe, ist verschwunden. | das | „welches ich gestern ausgefüllt habe“ funktioniert — Relativpronomen, Komma davor und dahinter. |
| Wir haben den Zug gerade noch erwischt. ___ war knapp. | Das | Das Wort zeigt auf den Satz davor: „Dieses war knapp.“ Demonstrativpronomen, auch am Satzanfang. |
| Danke, ___ du dich gemeldet hast. | dass | Nach dem Dank folgt ein Nebensatz, die Ersetzung scheitert. Gegenprobe: In „Danke, das ist nett“ zeigt das Wort auf etwas — dort steht ein s. |
| Der Antrag wurde angenommen, ohne ___ jemand widersprochen hätte. | dass | „ohne dass“ leitet einen Nebensatz ein; das Komma steht vor der ganzen Fügung, nicht zwischen „ohne“ und „dass“. |
| Sie fragte, ___ der Termin noch steht. | ob | Erste Falle: Hier passt keines von beiden. Eine indirekte Ja-/Nein-Frage wird mit „ob“ eingeleitet. |
| ___ Auto, ___ vor der Einfahrt steht, ist nicht meins. | Das / das | Erst Artikel („Dieses Auto“), dann Relativpronomen („welches vor der Einfahrt steht“). |
| Es ärgert mich, ___ ___ Formular schon wieder fehlt. | dass / das | „dass das“ nebeneinander: Konjunktion plus Artikel, kein Komma dazwischen. |
| Wir wussten, ___ der Zug ausfällt und ___ kein Ersatz kommt. | dass / dass | Zwei mit „und“ gereihte Nebensätze — deshalb steht vor dem zweiten „dass“ kein Komma, wie im Beispiel weiter oben. |
| Er erzählte, ___ er gesehen hatte. | was | Zweite Falle: ein freier Relativsatz. „was“ vertritt hier ein weggelassenes „das“ — ausgeschrieben lautet der Satz „Er erzählte das, was er gesehen hatte.“ |
Feste Wendungen im Kontrastpaar — und was eine Prüfung hier leisten kann
Ein paar Verbindungen kommen so oft vor, dass es sich lohnt, sie als Paar zu merken: links die Wendung mit „dass“, rechts der Satz, in dem an derselben Stelle „das“ richtig ist. Beide Seiten sind korrektes Deutsch — nur die Wortart entscheidet, welche gemeint ist.
Bleibt die Frage, ob eine automatische Prüfung dir die Entscheidung abnimmt. Nur zum Teil, und der Grund ist strukturell: Beide Formen sind existierende, korrekt geschriebene Wörter. Eine Prüfung, die jedes Wort einzeln gegen ein Wörterbuch hält, kann hier nichts finden — beide stehen drin. Ansetzen kann nur, was den Satzbau mit auswertet, und auch das stößt bei langen Schachtelsätzen an eine Grenze, weil dort mehrere Lesarten grammatisch möglich bleiben.
Nutze die Prüfung oben deshalb als zweites Paar Augen: Text einfügen, prüfen und jede Markierung mit der Ersatzprobe gegenlesen. An den Stellen, an denen es wirklich um etwas geht — Abgabe und Bewerbung —, bist du mit der Probe im Kopf schneller, als wenn du mit einem Werkzeug diskutierst.
- „Danke, dass du dich gemeldet hast“ ↔ „Danke, das ist nett von dir.“ Links eröffnet die Konjunktion einen Nebensatz, rechts zeigt das Demonstrativpronomen auf die Geste.
- „Ich hoffe, dass es klappt“ ↔ „Genau das hoffe ich.“ Ein s nur dort, wo das Wort auf etwas Genanntes zeigt.
- „Er ging, ohne dass jemand widersprach“ ↔ „Er ging ohne das Formular.“ Links Konjunktion plus Nebensatz mit Komma, rechts Präposition plus Artikel ohne Komma.
- „Sie war so müde, dass sie einschlief“ ↔ „Sie war müde, das sah man.“ Rechts steht das Komma zwischen zwei Hauptsätzen, nicht vor einem Nebensatz.
- „sodass“ oder „so dass“: Beide Schreibungen sind zulässig, der Duden empfiehlt die Zusammenschreibung. Das Komma steht in beiden Fällen davor.
- „dass“ oder „ob“? „ob“ leitet die indirekte Ja-/Nein-Frage ein, „dass“ die wiedergegebene Aussage. Wer an dieser Stelle „das“ schreibt, hat die Wortart verwechselt, nicht die Probe falsch angewandt.
Fünf Wege zur Entscheidung — und wo jeder aufhört
| Methode | Was sie prüft | Wo sie an ihre Grenze kommt |
|---|---|---|
| Ersatzprobe: dieses / jenes / welches | Die Wortart im konkreten Satz | Sie entscheidet nur zwischen das und dass. Gehört an die Stelle eigentlich „ob“ oder „was“, scheitert die Ersetzung ebenfalls — und schickt dich fälschlich zu „dass“. |
| Betonungsprobe: laut lesen | Ob das Wort einen Satzakzent tragen kann | „dass“ ist nie betont, der Artikel „das“ aber genauso wenig: „das Protokoll“ bleibt unbetont. Die Probe erfasst nur das Demonstrativpronomen. |
| Merksatz: ein s, wenn dieses passt — zwei s, wenn nichts passt | Nichts Eigenes; er packt die Ersatzprobe in einen Satz | Als Gedächtnisstütze gut, als Verfahren unvollständig: Er erinnert nicht an die Sinnkontrolle im vierten Schritt und nicht an „ob“ und „was“. |
| Kommaprobe: steht davor ein Komma? | Ob an dieser Stelle ein Teilsatz endet | Vor beiden Formen kann ein Komma stehen. Das Zeichen unterscheidet sie also nicht — es folgt der Entscheidung, statt sie zu treffen. |
| Automatische Rechtschreibprüfung | Wortformen gegen ein Wörterbuch | Beide Wörter stehen im Wörterbuch, ein reiner Wortabgleich meldet also nichts. |
Funktioniert mit Text aus jedem KI-Modell
Häufige Fragen
Was ist die Ersatzprobe in einem Satz?
Setz „dieses“, „jenes“ oder „welches“ an die Stelle des Wortes und lies den ganzen Satz zu Ende. Ergibt er noch denselben Sinn, schreibst du „das“ mit einem s. Bricht der Satz ab oder verschiebt sich die Bedeutung, steht dort „dass“ mit zwei s — vorausgesetzt, an die Stelle gehört überhaupt eines der beiden Wörter und nicht „ob“ oder „was“.
Steht vor „dass“ immer ein Komma?
Fast immer, aber nicht ausnahmslos. „dass“ eröffnet einen Nebensatz, und Nebensätze werden mit Komma abgegrenzt; ist der Nebensatz eingeschoben, gehört hinten ein zweites Komma dazu. Die Ausnahme: Reiht man zwei gleichrangige dass-Sätze mit „und“ oder „oder“, entfällt das Komma vor der Konjunktion. Ein durchgerechnetes Beispiel dazu steht oben im Abschnitt zum Komma.
Warum schreibt man nicht mehr „daß“?
Die Rechtschreibreform von 1996 hat festgelegt, dass ß nur nach langem Vokal oder Diphthong steht; nach kurzem betontem Vokal steht ss. Das a in „dass“ ist kurz, deshalb zwei s. Verbindlich für Schule und Verwaltung wurde die Neuregelung zum 1. August 1998, danach folgte eine Übergangszeit. Die Unterscheidung zwischen „das“ und „dass“ selbst hat die Reform nicht angetastet — sie ist grammatisch und keine Frage der Schreibweise.
Kann „dass das“ wirklich hintereinanderstehen?
Ja, und zwar regelkonform: „Mir ist aufgefallen, dass das Protokoll fehlt.“ Das erste Wort ist die Konjunktion, die den Nebensatz eröffnet, das zweite der Artikel — oder ein Demonstrativpronomen, wie in „dass das nicht reicht“. Zwischen beiden steht kein Komma. Auch „das das“ kommt vor: „Das Formular, das das Amt verlangt, ist neu“ — Relativpronomen plus Artikel.
„dass“ oder „ob“ — wann nimmt man welches?
„ob“ leitet eine indirekte Ja-/Nein-Frage ein: „Sie fragte, ob der Termin noch steht.“ „dass“ leitet eine wiedergegebene Aussage ein: „Sie sagte, dass der Termin noch steht.“ Ließe sich die ursprüngliche Frage mit ja oder nein beantworten, nimmst du „ob“. Mit „das“ hat beides nichts zu tun.
Findet eine Rechtschreibprüfung diesen Fehler?
Nicht zuverlässig, denn „das“ und „dass“ sind beide korrekt geschriebene Wörter aus dem Wörterbuch — ein reiner Wortabgleich hat nichts zu melden. Der Zeitgewinn liegt woanders: Eine Prüfung zeigt dir die Stellen, an denen du selbst hinschauen musst. Behandle jede Markierung als Hinweis, nicht als Urteil, und entscheide mit der Ersatzprobe.